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Vertrauen

Ist es DAS Fundament ?

Vertrauen. Ja, jetzt kommen wir zu einem sehr schweren Wort. Ein Gefühl, das es für manche leichter ist aufzubauen, für manche schwieriger. Manche haben gar vergessen, wie man vertrauenswürdig ist. Doch Zerdenken wir das Ganze mal. Was sagt denn das Grundprinzip von Vertrauen aus? Vertrauen ist doch, wenn du jemandem dich verletzlich zeigst. Wenn du jemandem die Waffe gibst, dich selbst zu zerstören, und die Person das nicht tut. Wie ich schon in der Liebe erwähnt habe. Vertrauen und Liebe zählen zusammen meiner Meinung nach. Ist es Vertrauen nicht gegeben, und du kannst die Person nicht loslassen, dann ist das nur noch eine psychische Abhängigkeit. Und du solltest selber für dich überlegen, ob es das überhaupt noch wert ist. Vertrauen ist, wenn du nichts sagen musst, um zu wissen, dass die andere Person dich nicht verletzt. Wenn du nicht kontrollieren musst, sondern vertraust. Wie schon gesagt. Vertrauen ist so unheimlich tief. Die einzigste Steigerung von Vertrauen ist Loyalität. Doch Loyalität ist heutzutage ein extrem seltenes Gut. Viele verstehen nicht, wie das funktioniert oder ihr Charakter scheint es gar nicht herzugeben. Vertrauen ist, wenn du jemandem traust. Wenn du jemanden kennst, der immer die Ehrlichkeit sagt. Wo du weißt, du wirst nie angelogen. Wo du weißt, wenn er dir etwas sagt, dann setzt er es durch. Vertrauen ist, sich an Abmachungen zu halten, ohne sie immer wieder erwidern zu müssen. Zu glauben, die Person weiß, was sie tut und dich in ihrem Hinterkopf behält. Vertrauen kann in den unterschiedlichsten Ebenen passieren. Du vertraust darauf, dass deine Technik nicht versagt. Du vertraust darauf, dass gewisse Untergründe Belastungen aushalten, dass es funktioniert, so wie du willst. Oder eben, dass jemand da ist, wenn du jemanden brauchst. Dass jemand auf deiner Seite steht. Dass du jemanden hast, wo du dich nicht rechtfertigen musst. Vertrauen kann nur einmal hergestellt werden. Wurde es einmal gebrochen, wird es nie wieder vollkommen sein, weil der Hinterkopf behält, was du tust. Man urteilt weniger über dem, was man sagt, sondern mehr von dem, was man durchzieht, was man aktiv macht. Und dein Verhalten spricht dann, ob du vertrauenswürdig bist. Vertrauen ist, jemandem blind zu glauben, weil der einzigste Beweis, den du brauchst, sein Wort oder seine Tat ist. Bloß, dieser Mensch hat die Macht, über deine Gefühle zu bestimmen. Er kann dich glücklich fühlen lassen, er kann dich schlecht fühlen lassen. Es ist eine Bindung, die entsteht, die nicht leichtfertig zu behandeln ist. Ich habe es aber selber öfter erlebt, dass ich zu früh vertraut habe, zu viel. Ich sehe meistens das Gute in den Menschen, ohne zu verstehen, dass die meisten Menschen gar nicht gut sind. Dass die meisten Menschen eigentlich nur ihren eigenen Vorteil daraus schließen wollen, ihren Mehrwert daraus ziehen. Vertrauen kann falsch sein. Vertrauen kann kaputt machen.

Viel interessanter wird es doch, wenn wir die Frage umformulieren. Was ist denn Misstrauen? Wenn du, egal was er sagt, ihn trotzdem kontrollieren musst. Egal was du vor dir hast, du es trotzdem nochmal überprüfen musst. Trotzdem nochmal selber drüber schauen willst. Weil du nicht glaubst, was er gesagt hat. Weil du weißt, in deinem Inneren, dass dies nur eine Masche sein könnte. Misstrauen ist, wenn du dich nicht öffnen kannst. Wenn du aufpassen musst, was du sagst. Aufpassen musst, was du tust. Aufpassen musst, mit wem du redest. Misstrauen ist, wenn jemand dir nicht ganz geheuer ist. Wenn du merkst, dass irgendwas faul ist. Wenn du ein schlechtes Gefühl hast zu deinem Bauchgrummeln. Wenn die Person sich nur nährt. Oder du wieder mit dem Objekt zu tun hast. Oder dich einfach nicht traust, es ohne Kontrolle allein zu lassen. Also halten wir mal fest. Heißt dann Vertrauen ohne Kontrolle? Dies könnte ebenfalls ein Merkmal sein. Und wenn wir jetzt das Ganze nehmen und umkehren, was jetzt Vertrauen ist, vielleicht nur das Gegenteil von Misstrauen, dann kannst du für dich selber schon mal aussortieren, welche Person dir jetzt im Umkreis wichtig ist. Und aus welcher Person du eigentlich keinen Mehrwert hast. Aus welcher Person du erhoffst, dass es passt. Obwohl es tatsächlich nicht so ist. Obwohl es tatsächlich nicht so ist. So wie wir aussehen, das ist nur unsere Hülle. Was drinsteckt, wissen wir nicht. Das ist genauso, du kannst einen VW Polo sehen mit einem anderen Motor. Du wirst den Motor nicht erkennen. Und er kann wahnsinnig stark sein. Obwohl er von außen nicht so aussieht. Aber Gegensätze gibt’s auch. Ein Ferrari, der einen schlechteren Motor drin hat. Dass es einfach nur optisch sauber erscheint, doch im Inneren schlummert etwas, das nicht in Ordnung ist. Etwas, das nicht dem Äußeren entspricht. Aber genauso müssen wir lernen zu trennen. Charakter und Aussehen, nur weil etwas vertrauenswürdig aussieht, heißt das noch nicht, dass es dem auch entspricht. Es gibt ja auch das Sprichwort, du musst den Schein wahren. Dies kann auf alles gelten.

Aber die andere Seite ist, Vertrauen, wenn du es einmal hast, kann sehr beflügelnd sein. Du kriegst den ungefilterten Einblick in das Leben einer anderen Person. Du kriegst mal irgendwann einen unsinnigen Anruf, in dem du irgendeine für dich absolut uninteressante Information mitgeteilt bekommst. Aber es ist gerade der anderen Person wichtig, weil sie es dir genau sagen möchte. Sie möchte dich an ihrem Leben teilhaben lassen, weil du ihr wichtig bist, weil du ein Teil von ihr bist. Vertrauen muss man nicht extrem vielen. Eine Handvoll Leute reichen. Und wenn du nur eine Person hast, der du über alles vertrauen kannst, dann ist es sogar eine Art Reichtum. Eine Person, die dich niemals hintergeht, die Loyalität für dich ausstrahlt. Eine Person, mit der du durch dick und dünn gehen kannst, die dich auffängt, wenn du unten bist. Du fängst sie ebenfalls auf. Vertrauen ist immer auf gegenseitiger Basis. Und ab dem Zeitpunkt ist man fast wie unzertrennlich.

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