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Stille

Kannst du Sie genießen ?

Stille ist auch ein sehr großes Wort. Was ist denn Still? Ist es, wenn du nichts sagst, nichts tust und nichts fühlst? Stille können auch Worte sein, Worte ohne Bedeutung. Stille kann es nach einem Streit geben, vor einer großen Frage oder um sich vorzubereiten, Stille bedeutet Dinge zu verarbeiten. Mit sich selber Sachen zu regeln. Stille bedeutet, mal eventuell sich mehr auf die Umgebung einzulassen oder vielleicht sie auch mal auszublenden, um sich vor seinen eigenen Fragen zu stellen. Stille ist so unglaublich vielfältig, aus den Gründen, wie sie entsteht. Es kann auch still sein, wenn es vollkommen laut ist, weil der Sinn dahinter fehlt. Manchmal ist Stille sogar die lauteste Sprache, man kann mit ihr Antworten oder auch unmissverständliche Gefühle äußern. Stille schafft es andere Verlegen zu machen oder aber auch Geborgenheit und Ruhe ausdrücken.
Stille kann eine Strafe, Auslöser oder die Lösung selbst sein.
Sie kann die Ursache, Wirkung oder aber auch beides sein.
Auch wenn viele Menschen denken, dass sie alles mit Multitasking erledigen können , kann Stiller auch manchmal helfen, sich zu fokussieren.
Vielleicht hast du es auch schon mal selbst erlebt, nach einem Anschlag oder einem traumatischen Ereignis für die Weltgeschichte, gibt es auch eine Andachtsminute oder bei Beerdigungen, wo man einfach die Person respektiert und an vergangenen Momente zurück denkt. Stille heißt nicht unbedingt weniger von der Außenwelt wahrnehmen zu können und sich zu den Situationen zu bekennen. Stille kann vielleicht auch einfach nur heißen, die innere Sprache verstehen zu wollen, auch mal auf sein Unterbewusstsein einzugehen. Ich hatte damals das Problem, dass ich Stille nicht ausgehalten habe. Stille war wie ein Feind, den ich versuchte, zu bekämpfen, mit Musik, Freunden und Ausflügen. Bis ich herausfand, dass ich einen innerlichen Schmerz hatte. Ich kannte das Gefühl nicht da alles um mich herum immer so laut war, sei es ein Streit und dann wieder laute Musik, um den Streit ausblenden, um meine Gefühle aus zu blenden, dass in dem Moment eh nichts geändert hätte. Im Nachhinein weiß ich, dass man den Frieden nur durch Stille in sich selbst findet. Mein inneres ich hat so laut geschrien und ich konnte es nicht verstehen. Ich hatte auch noch nicht das Werkzeug um mich damit auseinander zusetzen. Also wollte ich ihn wahrscheinlich nur übertönen und heute weiß ich, wer es war und was es war. Damals dachte ich, es ist ein Phase und es ist normal. Ich kannte es nicht, auch mal zur Ruhe zu kommen und sich auf sich selbst einzulassen. Dies war nur mit Stille möglich. Mittlerweile hat sich mein Musikstil von Elektro und Techno zu Klassik geändert. Obwohl Töne spielen, schafft sie ein absolut stillen Raum, in denen ich meine Emotionen walten lassen kann. Aus meinem Mund kommt kein Laut , aber durch meinen Kopf fließen 1000 Worte. Es gibt ja auch das Sprichwort. Stille Wasser sind tief. Stille hat auch nichts zu bedeuten keine Ahnung von etwas zu haben, sondern vielleicht auch einfach Überlegenheit und zu wissen, dass gewisse Anmerkungen in einer Situation unangebracht sind. Man kann durch Stille auch seinen Respekt ausdrücken, wenn zum Beispiel eine Person jemanden zum Reden braucht, nicht gleich seine Abrissbirne in das Leben des anderen zu schmeißen , sondern vielleicht nur mal von einem Aussichtspunkt der einen geben wird die Situation zu betrachten, was da eigentlich abgeht. Stille kann Verständnis ausdrücken. Wir kommunizieren ja nicht nur über den Mund sondern alleine die Körpersprache allein sagt schon so extrem viel. Nonverbale Kommunikation nennt man das. Und auch sie kann manchmal verstummen. Wenn wir zum Beispiel geschockt sind oder einfach eine Situation haben, die wir nicht kennen dann hält der Körper und Geist inne und versucht klarzukommen, wie er reagieren sollte. Stille kann auch ein Heilmittel sein, in der heutigen Welt lernen wir immer größer schneller weiter zu denken, bist du an dem Punkt gekommen bist, wo ein Adrenalin und Dopaminrausch in deinem Alltag sein muss, um dich vollkommen zu fühlen und den Tag als gut anzusehen. Aber lernst du die Stille zu akzeptieren und dir auch die Zeit für dich zu nehmen schaffst du es, auch mit wenigen positiven Momenten am Tag eine zufriedene und ausgelassene Lebenseinstellung zu bekommen.
Ich bin eine sehr lebhafte Person und brauche ständig Abwechslung , ich muss mich fordern und bin kein Mensch, der Routinen gut findet. In der heutigen Welt mit einer festen Arbeit und festen Zeiten muss ich eine Lösung finden, mir den Ausgleich zu geben und zu lernen, auch mal ohne neue Erfahrungen mich nicht verloren zu fühlen. Dann nehme ich mir einen Moment und spaziere eine Runde ohne das Handy rauszuholen, höchstens um einen Song noch mal abzuspielen. So kann man schon mal anfangen zu lernen, seinen Kopf nur noch mit einer Aktivität zu beschäftigen. Da kommen schon die Gedanken und man kann sich langsam auf sie einlassen. Mittlerweile schaffe ich es, ohne Töne einzuschlafen, was für mich damals undenkbar wäre. Die Pointe von dem Ganzen ist: Stille es kein Feind, sondern in den richtigen Momenten sogar ein sehr, sehr guter Freund, man sollte sie zu schätzen wissen und lernen, sie richtig einzusetzen. Wie natürlich alles ist es leichter gesagt als getan aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

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